Lancia im Motorsport

- Lancia gewann Rennen in allen grossen Motorsportklassen
- In den 70er und 80er Jahren dominierte Lancia die Rallye-WM


Nach zahlreichen Motorsporterfolgen in der Startphase des Unternehmens zog Vincenzo Lancia seine Fahrzeuge für Jahrzehnte aus dem Rennsport zurück. Erst 1952, angespornt durch Erfolge von Privat-Teams mit dem Aurelia bei der Sizilien‑Rundfahrt, Mille Miglia, Targa Florio und in Le Mans. entstand wieder eine offizielle Motorsportabteilung. Mit nun eigens für den Renneinsatz entwickelten Sportwagen auf Basis des Aurelia gewann Lancia unter anderem die anspruchsvolle und prestigeträchtige Carrera Panamericana.

Den vorläufigen Höhepunkt des Lancia‑Sportengagements bildete die Teilnahme an der Formel 1‑Weltmeisterschaft in den Jahren 1954 und 55. Nach dem Tod des Lancia‑Piloten Alberto Ascari bei privaten Testfahrten übergab Lancia in der Saison 1955 die Rennabteilung samt seines genialen Monoposti an die Scuderia Ferrari; Juan Manuel Fangio gewann mit diesem Auto 1956 seinen vierten von fünf Weltmeistertiteln.

Bis zur Gründung der HF Squadra Corse im Jahr 1963 hielten wieder Privatiers die Lancia Fahne hoch. Mit Modellen wie Flavia, Fulvia oder Beta Montecarlo war Lancia über viele Jahre hinweg auf der Rundstrecke erfolgreich. 1980 und 1981 ge­wannen die Gruppe-5‑Mittelmotor‑Rennwagen Lancia Beta Montecarlo zweimal die Markenweltmeisterschaft, 1980 galt es außerdem, den Sieg in der heißumkämpften Deutschen Rennsport‑Meisterschaft (DRM) zu feiern.

Ab 1982 traten die extrem leistungsstarken Gruppe-C-Rennwagen an die Stelle der erfolgreichen Gruppe-5‑Fahrzeuge. Bis 1986 wurden die Rennwagen mit der legendären Martini-Lackierung von namhaften Formel-1‑Piloten in der Sportwagen‑Weltmeisterschaft pilotiert. Dann entschloss man sich in Turin, das Gruppe-C-Engagement zu Gunsten der überaus erfolgreichen Rallyeeinsätze zu streichen.

Schließlich war es die Rallye, mit der Lancia und das Kürzel HF Weltruhm erlangten. Das überaus erfolgreiche Fulvia-Coupé wurde vom kompromisslos sport­lich ausgelegten Mittelmotor‑Sportwagen Stratos abgelöst; mit ihm gewann Lancia in den Jahren 1974 bis 1976 dreimal die Rallye‑WM.

Seine nicht minder erfolgreichen Nachfolger waren der 1983 siegreiche Lancia Rally 037, der turbo‑ und kompressorgeladene allradgetriebene Lancia Delta S4 (Gruppe B) sowie dessen Gruppe-A-Nachfolger, der Lancia Delta HF 4WD und der Integrale. Letztere waren in der Rallye‑Weltmeisterschaft über Jahre hinweg unschlagbar und gewannen nicht weniger als sechs Marken‑ und fünf Fahrer-Weltmeistertitel.