Die Mille Miglia : Geschichte einer Legende

Die Mille Miglia war auch 2003 wieder das europäische Klassiker-Ereignis des Jahres. Vom 22. Mai bis zum 25. Mai verwandelten 372 Teams aus 19 Nationen mit ihren historischen Renn- und Sportwagen die Straßen von Brescia über Rom und zurück in das weltweit größte rollende Museum.

Zu den absoluten Stars zählten dabei die insgesamt 30 gemeldeten Alfa Romeo. Insgesamt waren 58 verschiedene Marken am Start; ausschließlich mit Modellen, die einst zwischen 1927 und 1957 am Rennen teilnahmen.

Hunderttausende Zuschauer am Straßenrand standen Spalier um den automobilen Kostbarkeiten sowie ihren Fahrerinnen und Fahrern zuzujubeln. Sie alle feierten gemeinsam den inzwischen zum 21. Mal als Gleichmäßigkeitsfahrt ausgetragenen Rennklassiker Mille Miglia.

Die erste, damals als reinrassiges Rennen ausgetragene Mille Miglia liegt nunmehr 76 Jahre zurück. Und vor 26 Jahren lebte die 1957 zum letzten Mal gestartete "Mille" als Klassik-Veranstaltung wieder auf. Startberechtigt bei der "Mille Miglia storica" sind ausschließlich die Fahrzeugtypen, die bereits damals zum Rennen antraten. So ist es kaum verwunderlich, dass Alfa Romeo auch in diesem Jahr mit mehreren Dutzend Fahrzeugen die größte Abordnung an den Start bringt. Schließlich dominierte die Mailänder Avantgardemarke die "Tausend Meilen" mit elf Gesamtsiegen und zahlreichen Klassensiegen wie keine zweite Marke.

Tatsächlich gibt es nur zwei Jahre, in denen kein Alfa Romeo Pilot mit Lorbeerkranz und Pokal ausgezeichnet wurde. So mussten sich die Mailänder im Premierenjahr beispielsweise noch von OM geschlagen geben.

Die Berichte vergangener Rennschlachten und Erlebnisse von Piloten füllen Bücher und sind heute noch lesenswert. Unbeschreiblich mutet die Tatsache an, mit den heute fragil scheinenden Vorkriegsboliden die rund 1.600 Kilometer von Brescia nach Rom und zurück – wie erstmals 1938 – in weniger als zwölf Stunden zu absolvieren. Damals ging die Mille Miglia über zumeist unbefestigte Landstraßen. Sie fand schnell einen festen Platz im Terminkalender und wurde zur "Königin" der damals populären Straßenrennen. Insgesamt wurde die "Mille" 24 Mal ausgetragen. Insbesondere in den dreißiger Jahren dominierten die Boliden der Mailänder Avantgardemarke die Veranstaltung nach Belieben. Rennfahrergrößen wie Giuseppe Farina, Achille Varzi und der legendäre Tazio Nuvolari machten sich mit ihren Siegen bei der Mille Miglia einen Namen. Achtmal gewann mit der Scuderia Ferrari, die Nachfolgefirma des vormaligen Alfa Romeo-Rennleiters Enzo Ferrari.

Nach dem Krieg konzentrierte sich Alfa Romeo auf die Grand-Prix-Rennen und die ab 1950 ins Leben gerufene Formel-1-Weltmeisterschaft. Während Giuseppe "Nino" Farina und Juan Manuel Fangio mit der Alfetta die ersten beiden Formel-1-Titel für Alfa Romeo gewinnen konnten, bescherten die Serienfahrzeuge aus dem Hause Alfa Romeo weiterhin Klassensiege beim Straßenrennklassiker.

1977, zwanzig Jahre nachdem ein schwerer Unfall des Ferrari-Piloten Alfonso de Portago der Mille Miglia ein Ende setzte, erlebte der Rennklassiker seine Renaissance. Heute gehört die Gleichmäßigkeitsfahrt zu den Urgesteinen der Klassikszene. Das Spielfeld für die aufsehenerregenden Sportwagen der Jahre 1927 bis 57 zählt mit zu den Auslösern der immer noch boomenden Klassikszene. Heute ist die "Mille Miglia storica" eine feste Größe für alle Freundinnen und Freunde historischer Automobile und hat nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

Hinweis von uns : Einer der größten Markenclubs der Welt, der deutsche Alfaclub veranstaltet alljährlich eine Reise nach bella Italia, um dieses spektakuläre Ereignis hautnah zu verfolgen.


Mille Miglia Sieger - Übersicht :

1927 : Minoja/Morandi auf OM 665 Sport - Zeit : 21.04’48’’

1928 : Campari/Ramponi auf Alfa Romeo 6C 1500 SS - Zeit : 19.42’00’’

1929 : Campari/Ramponi auf Alfa Romeo 6C 1750 SS - Zeit : 18.04’23’’
Pirola/Guidotti Alfa Romeo 6C 1500 SS (Sportwagen bis 1500 cm³)

1930 : Nuvolari/Guidotti auf Alfa Romeo 6C 1750 GS - Zeit : 16.18’59’’
Pirola/Guatta Alfa Romeo 6C 1500 SS (Sportwagen bis 1500 cm³)

1931 : Carraciola/Sebastian auf Mercedes-Benz SSKL - Zeit : 16.10’10’’
Caniato/Sozzi Alfa Romeo 6C 1500 SS (Sportwagen bis 1500 cm³)
Campari/Marinoni Alfa Romeo 6C 1750 GS (Sportwagen bis 2000 cm³)
Gazzabini/Guatta Alfa Romeo 6C 1750 GT (Fahrzeuge ohne Kompressor)
Gazzabini/Guatta Alfa Romeo 6C 1750 GT (geschlossene Fahrzeuge)

1932 : Borzacchini/Bignami auf Alfa Romeo 8C 2300 - Zeit :14.55’19’’
Giulay/Venturi Alfa Romeo 6C 1500 SS tf (Sportwagen bis 1500 cm³)
Scarfiotti/D`Ippolito Alfa Romeo 6C 1750 GS tf (Sportwagen bis 2000 cm³)
Minoia/Balestrieri Alfa Romeo 6C 1750 GTC (geschlossene Fahrzeuge)

1933 : Nuvolari/Compagnoni auf Alfa Romeo 8C 2300 - Zeit : 15.11’50’’
Berrone/Carroli Alfa Romeo 6C 1500 SS (Sportwagen bis 1500 cm³)
Foligno/Comotti Alfa Romeo 6C 1750 GS (Sportwagen bis 2000 cm³)
Sperti/Donnini Alfa Romeo 6C 1750 GT (geschlossene Fahrzeuge)

1934 : Varzi/Bignami auf Alfa Romeo 8C 2600 Monza - Zeit : 14.08’05’’
Comotti /Peduzzi Alfa Romeo 6C 1500 SS tf (Sportwagen bis 1500 cm³)
Pertile/Jonoch Alfa Romeo 6C 1750 (Sportwagen bis 2000 cm³)

1935 : Pintacuda/Stufa auf Alfa Romeo 8C 2900 Tipo B - Zeit : 14.04’47’’
Crivellari/Ferraro Alfa Romeo 6C 1750 (Sportwagen bis 2000 cm³)

1936 : Brivio/Ongaro auf Alfa Romeo 8C 2900 A - Zeit : 13.07’51’’
Cattaneo/Donati Alfa Romeo 6C 2300 Pescara (SW ü. 2000 cm³ o. Kompr.)

1937 : Pintacuda/Mambelli auf Alfa Romeo 8C 2900 A - Zeit : 14.17’32’’
Contini/Salvadori Alfa Romeo 6C 1500 (SW b. 2000 cm³ m. Kompr.)
Guidotti/Boratto Alfa Romeo 6C 2300B MM (Sportwagen ü. 1500 cm³)

1938 : Biondetti/Stefani auf Alfa Romeo 8C 2900 B - Zeit : MM 11.58’29’’
Bellandi/Veggelli Alfa Romeo 6C 1750 (SW b. 2000 cm³ m. Kompr.)
Cortese/Fumagalli Alfa Romeo 6C 2300B MM (Sportwagen ü. 1500 cm³)

1940 : V. Hanstein/Bäumer auf BMW 328 (verk. Dist./Rundk. BR-CR-MV) - Zeit : 8.54’46’’ Farina/Mambelli Alfa Romeo 6C 2500 SS (Sportwagen bis 3000 cm³)

1947 : Romano/Biondetti auf Alfa Romeo 8C 2900 B - Zeit : 16.16’39’’

1948 : Biondetti/Navone auf Ferrari 166 S - zeit : 15.05’44’’
Bianchetti/Medici Alfa Romeo 6C 2500 SS (Sportwagen ü. 2000 cm³)

1949 : Biondetti/Salani auf Ferrari 166 MM - Zeit : 12.07’05’’
Rol/Richiero Alfa Romeo 6C 2500 Comp. (Sportwagen ü. 2000 cm³)

1950 : Marzotto/Crosara auf Ferrari 195 S - Zeit : 13.39’20’’
Schwelm/Colonna Alfa Romeo 6C 2500 SS (Gran Turismo)
Carnaggia/Mantegazza Alfa Romeo 6C 2500 (Tourenwagen ü. 1100 cm³)

1951 : Villoresi/Cassani auf Ferrari 340 America - Zeit : 12.50’18’’

1952 : Bracco/Rolfo auf Ferrari 250 S - Zeit : 12.09’45’’
Capt.Costa/Ten.Verga Alfa Romeo 1900 M (Militärklasse)

1953 : Marzotto/Crosara auf Ferrari 340 MM - Zeit : 10.37’19’’
Pagliai/Parducci Alfa Romeo 1900 TI (Tourenwagen bis 2000 cm³)

1954 : Ascari auf Lancia D 24 - Zeit : 11.26’10’’
Carini/Artesani Alfa Romeo 1900 TI (Spezial-TW über 1300 cm³)

1955 Moss/Jenkinson auf Mercedes-Benz 300SLR - Zeit : 10.07’48’’
Sala/Vigliani Alfa Romeo 1900 TI (Spezial-TW über 1300 cm³)

1956 : Castellotti auf Ferrari 290 MM - Zeit : 11.37’10’’
Sgorbati/Zanelli Alfa Romeo Giulietta SV (GT 1100-1300 cm³)
Stern/Barbey Alfa Romeo Giulietta (Spezial-TW 1100-1300 cm³)

1957 : Taruffi auf Ferrari 315 S - Zeit : 10.27’47’’
Convert/Martin Alfa Romeo Giulietta SV (GT bis 1300 cm³)
Aumas/Brandt Alfa Romeo (Spezial-TW 2000 cm³)
Fona/Della Torre Alfa Romeo (modifizierte TW 2000 cm³)


Pressetext Alfa Romeo