ETCC mit Team Nordauto (2002)


Nach langen Jahren taucht 1992 das Kürzel GTA wieder auf.

Die ersten Lorbeeren verdiente sich der technisch am erfolgreichen Rallye-Boliden Lancia Delta Integrale angelehnte Allrad-155 GTA in der italienischen Tourenwagen-Szene im Jahr 1992. Alessandro Nannini und Nicola Larini gewannen das Championat auf Anhieb. Im folgenden Jahr machte der turbogeladene Vierzylinder dem traditionellen Alfa-V6 Platz.

Somit war eine weitere GTA-Pause von 10 Jahren zu durchstehen.

In der Europameisterschaft für Tourenwagen (ETCC) gilt ab der Saison 2002 das sogenannte 'Super 2000' Reglement des Automobilweltverbandes FIA. Es sieht viertürige Fahrzeuge (Mindestlänge 4,20m) mit Zweiliter-Saugmotoren vor, die gemäss Gruppe N homologiert sind und in der Serie mit mindestens 2500 Einheiten produziert wurden.

Die Motordrehzahl ist auf 8500U/min begrenzt, die Zylinderzahl auf 6. Weder Allradantrieb noch sequentielle Getriebe sind zugelassen, maximal fünf Vorwärtsgänge sind erlaubt. Die Felgen dürfen nicht breiter als neun Zoll und nicht höher als 17 Zoll sein, gefahren wird auf Einheitsreifen von Michelin. Die Motoren leisten im Renntrimm ca. 270 PS und an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Rennwochenenden muss derselbe Motor verwendet werden. Die neuen Bestimmungen basieren auf dem bisherigen 'Super Production'-Reglement, allerdings sind nun grössere Freiheiten in den Bereichen Motor, Fahrwerk und Aerodynamik zulässig.

Das 156 GTA Racing Team Nordauto (die Tourenwagen Spezialisten vom neugegründeten Motorsport-Department N.technology im Fiat Konzern) ist neben den Werksteams von BMW (Schnitzer) und Volvo (Prodrive) - weitere werden folgen - bislang am konsequentesten den Weg zu einem verglichen mit den alten STW-Autos, kostengünstigeren und attraktiven Motorsportprodukt gegangen. Die roten Renner aus Cremona wollen mit dem Kürzel GTA die Erinnerung an die höchst erfolgreichen Jahre in der Tourenwagen-Europameisterschaft mit der legendären Giulia 1600 GTA oder auch dem GTV 6 wieder aufleben lassen.

Der u.a. von Fabrizio Giovanardi (ETCC-Champion 2001) und Nicola Larini pilotierte 156 GTA (mit "klassischem" 4-Zylinder Doppelzünder) liess zum Saisonstart 2002 in Magny-Cours bereits sein grosses Potential erkennen, welches mit einem überlegenen Sieg in dieser Meisterschaft qittiert wurde. Alfa Romeo hatte mit dem 'cento cinquanta sei' also wieder ein Fahrzeug im Programm, das auch auf den europäischen Rennstrecken Geschichte schrieb und die Konkurrenz deutlich distanzierte.