Der Lamborghini Gallardo als Spyder frisch überarbeitet
(20/06/2009)
Der atemberaubende Lamborghini Gallardo ist nun auch als Spyder mit Akribie und Liebe zum Detail überarbeitet worden: neuer Motor mit mehr Leistung, verbessertes Getriebe, weniger Gewicht, optimiertes Handling und eine perfektionierte Aerodynamik. Ein Testbericht in der auto Illustrierten hat den Spyder von Lamborghini genauer unter die Lupe genommen.
Zitate:
"Denn immerhin macht der Gallardo bei Lamborghini 75% der Produktion aus. Davon entfallen über 60% auf das atemberaubende Spyder-Modell. Das können wir bestens nachvollziehen."
"Denn der offene Spyder macht beim Cruisen und auf Passfahrten einfach mehr Spass. Reinsitzen, einen der cool gestylten Metall-Kippschalter in der Mittelkonsole drücken. Innerhalb von 20 Sekunden verschwindet das gefütterte Stoffdach komplett in einem Kasten unterhalb der gigantischen Karbon-Motorhaube – ein eingespieltes und faszinierendes technisches Ballett von Hydraulikpumpe und Elektromotor. Allerdings strikt nur im Stand, denn das wuchtige Heckteil könnte sonst den Gallardo wie Phönix aus der Asche abheben lassen."
"Clever: Die auch bei geschlossenem Dach versenkbare Heckscheibe versucht bei offener Stoffhaube den zu Orkanstärke anschwellenden Fahrtwind als unsichtbares Windschott zu bändigen. Deutlich schlechter als beim Coupé lässt sich beim Spyder aber der neue V10-Motor betrachten, das Sahnestück. Wirklich schade. Unter dem Verdeckkasten und der ausschliesslich nach hinten öffnenden Haube verbirgt sich ein faszinierendes Kraftwerk mit 5,2 Liter Hubraum und einem Leistungsvermögen, das auch auf Rennpisten nicht abfallen würde. Und ganz nebenbei konnte auch der Verbrauch markant reduziert werden: - 18% CO2-Emissionen."
"560 PS und 540 Nm – ein Plus von 40 PS und 30 Nm – sind eine starke Ansage, zumal das neue Modell dank dem Einsatz von mehr Aluminium zum Vorgänger um 20 Kilo abgespeckt hat. Man rechne: Einer Pferdestärke stehen jetzt nur gerade noch 2,77 Kilo Gewicht gegenüber – ein hochkarätiger Sportwagenwert. Jetzt wollen wir das Aggregat hören, seine Kraft spüren. Ein Schlüsseldreh, jawohl, ein konventioneller Schlüsseldreh, der V10 meldet sich bellend zum Einsatz. Bis 2700 Umdrehungen agiert er gesittet gedämpft, scheucht auch Spaziergänger nicht unnötig auf. Wer jedoch sein herausragendes Beschleunigungspotenzial auslotet, erntet ein hämmerndes V10-Konzert, das an Felsen entlang oder gar durch Tunnel zum Inferno wird – der Vulkan explodiert."
"Der Gallardo Spyder LP 560-4 ist trotz hoher Alltagstauglichkeit kein Auto für Schattenparker und Wattebauschwerfer, sondern eines für echte Kerle, die er fürs Hinlangen mit herausragender Performance belohnt. Dabei spreche ich nicht nur von den schier unglaublichen Beschleunigungswerten. Die kann jeder Gallardo-Fahrer nachvollziehen, eine gerade Strasse und Vollgas genügen. Den Rest erledigen die perfekte Traktion dank permanentem Allradantrieb mittels zentraler Viskokupplung und die ideale Kraftverteilung von 30:70% zugunsten der Hinterachse. Dazu kommt das verbesserte, sequenzielle 6-Gang-Getriebe e-gear, das gemäss Stephan Winkelmann mittlerweile fast 99% aller Gallardo-Kunden wählen. Je nach Gusto lässt es sich mittels Wippen in drei Fahrprogramme schalten oder im soften Automatik-Modus fahren. Im besonders sportlichen Corsa-Modus wurden die Schaltzeiten um 40% reduziert. Und beim Zurückschalten gibt es automatisch perfektes Zwischengas."
"Noch beeindruckender als der Vorwärtsdrang ist das herausragende Handling des Gallardo Spyder. Die offene Karosserie wurde nochmals versteift, die Kinematik der Aluminium-Aufhängungen überarbeitet und die Aerodynamik in Unterboden und Diffusor auf mehr Abtrieb in schnellen Kurven optimiert. Mit seiner perfekt ausbalancierten Gewichtsverteilung von 43:57% (v./h.) und der zugunsten der Hinterachse ausgelegten Kraftverteilung lässt sich das kaum untersteuernde Mittelmotor-Fahrzeug trotz Allradantrieb eher wie ein Hecktriebler fahren. Zumal die Hinterachse für noch besseren Vortrieb aus engen Kurven über eine 45%ige mechanische Differenzialsperre verfügt. Das garantiert Fahrspass total."
"Die speziell für den Gallardo entwickelten Pirelli-Reifen (hinten 295/30 ZR 19") mit extraweicher Corsa-Gummimischung bauen extremen Grip auf und lassen den Spyder förmlich am Asphalt kleben. Da hat das dreistufige ESP-Stabilitätsprogramm selten viel zu tun. Auch die gross dimensionierten Bremsen – optional sind Kohlefaser-Scheiben erhältlich – sind vom Feinsten und ermöglichen ambitionierte Passfahrten auf höchsten Niveau, V10-Konzert inklusive."
"Der Preis für den reizenden, aber etwas unvernünftigen Flitzer: 298'500 Franken."
Autor: didiklement

