AlfaVisione-Test: Fiat 500 Cabrio
(13/01/2010)
Der 500er von Fiat hat etwas geniales an sich, wenn er auch karg ausgestattet ist und für grosse Menschen nur bedingt verstellbar ist. Genial ist die Form, das Outfit von früher und heute und die Modernität des Retro-Looks. Man hoffte schon gleich zu Beginn der Lancierung des geschlossenen Retro-Flitzers, dass Fiat die Gelegenheit nutzt, ein Cabrio, einen Kombi und andere Varianten wie Cross- oder Strandauto darauf aufzusetzen. Fiat hat dem Ruf Folge geleistet und dem Retrolook folgend ein Halbcabrio lanciert, das nun seit einigen Monaten auf dem Markt ist. AlfaVisione-Redaktor Didi Klement durfte das Cabrio in der 70PS-Version im Dezember 2009 zwei Wochen lang ausgiebig testen und ich kam zum Schluss, dass dieses Auto die willkommene Steigerung des Fiat 500 ist.
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Der Fiat 500C besticht durch alles, was der geschlossene 500 auch anbietet. Zudem hat der offene 500 aber das Cabrio-Feeling und dort liegen die kleinen und feinen Unterschiede, die den neuen um das gewisse Extra ergänzen. Denn wer heute ein Einkaufszentrum besucht und seinen Fiat 500 dazu stellt, findet einen Bruder der gleichen Marke und vom gleichen Schlag. Aber noch nicht das Cabrio und es wird noch einige Monate dauern, bis die Cabrio-Variante ähnlich verbreitet ist wie der Fiat 500.
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Mich hat der Fiat 500 gleich mehrfach beeindruckt, denn als Cabrio bietet der Kleinwagen Fun und gute Laune, vorausgesetzt es ist Sommer und das Dach ist offen. Der Testzeitraum im Dezember war dem Cabrio-Feeling natürlich nicht dienlich, aber nur diejenigen kommen weiter, die auch im Winter Cabrio fahren. Oder ging der Spruch nun anders? Egal! Da Mann und Frau kein Cabrio testen kann ohne das Dach zu öffnen, habe ich entsprechende Kleidung montiert und bin trotzdem durchs Land gerauscht, offen natürlich.
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Der Luftzug ist ganz schön, vor allem wenn es nur 4-5 Grad draussen hat. Die Heizung voll aufdrehen hilft dem Fahrer und der Beifahrerin, hinten würde es aber zu luftig werden. Da die hinteren Passagiere aber nicht immer dabei sind, kann man die hinteren Plätze auch zur Gepäckablage nutzen.
Während andere Journalisten den Fiat 500 insgesamt und besonders in der Cabrio-Variante als Frauenauto bezeichnen, denke ich dabei an einen umfassenden kleinen Allrounder der für alle Ausfahrten bestens geeignet ist. Natürlich eignet sich das Cabrio als Frauenauto, denn lange Verdeck-Öffnungsvorgänge kennt man nicht und die Verdecköffnung ist nichts mit komplizierten Griffen und Hebeln, es genügt ein Knopfdruck. Das schafft Freude, denn auch während der Fahrt kann man das Vereck etwas weiter öffnen und etwas mehr schliessen. Ein Windabweiser an der vorderen Dachkante sorgt dafür, dass die Luft elegant am Kopf vorbei zieht, ohne Windabweiser spürt man dann den Fahrtwind umso intensiver.
Leider hat Fiat bei der Lancierung des Cabrios im September keine genügend grosse Produktionsakapazität angeboten um alle Kunden zu befriedigen, deshalb wurde es für die meisten Herbst oder gar Spätherbst, bis das Cabrio vor der Türe stand. Die Vorstellung des Cabrios am Autosalon in Genf versprach eine tolle Frischluftsaison, die Lancierung selbst geschah aber auch in Italien nicht mehr zu Beginn des Sommers. Das trübte einerseits die Stimmung, sorgt aber auch dafür, dass der nächste Sommer um so schöner wird. Zumindest für jene, die ein Cabrio kauften.
Der Fiat 500 ist kein echtes Cabrio, denn die Seitenholmen bleiben stehen, womit der 500 C fast ein Targa ist. Das tut dem Fun-Gefühl aber keinen Abbruch, denn die meisten CabriofahrerInnen fahren mit geschlossenen Seitenscheiben um die Luftwirbelungen draussen zu halten. Das Softtop kann entweder über Drucktasten am vorderen Dachholmen oder über die Fernbedienung elektrisch betätigt werden. Die Öffnung erfolgt dabei in zwei Schritten. Bis zum kleinen Spoiler an der hinteren Abschlusskante des Daches lässt sich das Softtop auch während der Fahrt jederzeit öffnen. Der letzte Rest muss bei maximal 60 km/h geöffnet werden, damit es funktioniert.
Das Dach öffnet sich mit seinem Faltmechanismus in rund 16 Sekunden, das ist deutlich schneller als beim Vorgänger dem Fiat 500 Nuovo, der von Hand zurückgeschoben werden musste. Das konnten nur Profis in der gleichen Zeit erledigen.
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Da das Fiat 500 Cabrio mit einem echtenHeckfenster aufwartet, ist beim Falten des Daches dort ein Klappmechanismus dafür zuständig, dass das Fenster schön flach aufliegt. Das Dach faltet sich drunter und drüber zusammen und liegt dann recht geordnet da, wenn auch unbedeckt und als Wust, was nicht allen gefällt. Im geschlossenen Zustand gibt es nichts zu bemängeln, mit dem perfekt eingepassten Rolldach ist der Fiat 500 Cabrio schmucker als die Blechdach-Variante. Bei Bedarf kann hinter den Kopfstützen der Rücksitzbank zusätzlich ein Windschott installiert werden.
Praktischerweise fährt das geöffnete Dach hoch, wenn man die Heckklappe des Kofferraumes öffnet. Beim Öffnen der Heckklappe fährt das geöffnete Dach ein Stück zurück und gibt so die komplette Beladungsluke frei. Der 182 Liter fassende Kofferraum ist natürlich nicht sehr gross gehalten aber immerhin vorhanden. Grössere Gepäckstücke sollte man trotzdem auf den Rücksitzen ablegen, dort sind diese am besten aufgehoben. Von hinten kann man diese Sitze auch ganz gut beladen, sofern die Arme lang genug sind.
Das Interieur präsentiert sich im Vergleich mit der geschlossenen Version vollkommen unverändert, die Ausstattung ist gleich gehalten. Insgesamt rechnet Fiat rund ein Viertel aller Fiat 500 beim Verkauf als offene Variante ab, hofft man zumindest.
Viele werden sich für das 69 PS starke Basismodell entscheiden, das genügt vollkommen um von A nach B zu kommen. In der Stadt und auch ausserorts reichen die 69 PS vollkommen, der Benzinverbrauch ist mit rund 7 Litern auch gering.
Genau berechnet habe ich mit dem Auto auf 1146 km 80.2 Liter Benzin verbraucht und damit einen Verbrauch von 6.99 Litern pro hundert Kilometer erzielt. Damit war ich sehr zufrieden, die Werksangaben weichen davon aber ab.
Im Alltagsbetrieb unterscheidet sich der Fiat 500 C nicht von seinem geschlossenen Bruder. Die 40 Kilogramm Mehrgewicht für das Cabriodach erhöhen das Leergewicht auf 1.045 Kilogramm. Die Fahrleistungen sind bescheiden aber anständig, zumindest in der geschaltenen Variante.
Testwagen:
Fiat 500 C 1.2 69 PS Pop
Energieeffizienz: Kategorie A
CO2: 119.2 g/km
Leistung kw/PS: 51/69
Verbrauch lt. Werk:
6.4 Liter im Stadtverkehr
4.3 Liter auf Land
5.1 Liter auf der Autobahn
Testverbrauch: 6.99 Liter / 100 km/h
Basispreis Cabrio: 22'000.00 CHF
Weitere Informationen: http://www.fiat.ch
Autor: didiklement

