AlfaVisione-Test: Alfa Romeo MiTo MultiAir 135 PS
(04/03/2010)
Letzte Woche durfte ich nach Turin um eine Vorpremiere des neuen Alfa Romeo Giulietta zu erleben und wurde zusammen mit einigen Dutzend Alfisti aus Italien eingeladen, den neuen Alfa Romeo kennen zu lernen. Das war wie mein Bericht dazu festhält, vom Auto her ein toller Auftritt, die Veranstaltung selbst hätte etwas toller sein können.
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Um standesgemäss nach Italien zu fahren organisierte ich mir bei der Garage Krähenmann in Meilen einen Alfa MiTo MultiAir mit 135 PS und durfte dann erleben, was diesen Motor so besonders macht.
Es ist nicht diese fehlende obere Nockenwelle die sich da bemerkbar macht, es ist auch nicht das fehlende CO2, das nun reduziert wurde, im Gesamten ist es eine Symbiose aus Fahrgefühl, Konstanz und Durchhaltevermögen, die kaum übertroffen werden kann.
Der MiTo MultoAir ist nicht einfach nur ein neuer Alfamotor, der MultiAir-MiTo ist die Steigerung des gesamten MiTo-Konzeptes. Bislang hatte der MiTo entweder 120 PS oder 155 PS, nun hat er 135 PS und liegt eigentlich in der Mitte, bietet aber genau deshalb beide Varianten an. Wer gemütlich unterwegs ist wählt den N-Modus im DNA-Schalter, der sorgt für anständigen Durchzug und geringen Verbrauch, wer zügiger und sportlicher ankommen will, wählt den Dynamik-Mode und hat alle 135 Pferdchen zur Verfügung.
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Ich fuhr den MultiAir-MiTo letzten Mittwoch Nachmittag nur im N-Modus, denn ich wollte vor allem auch sehen, wo der Verbrauch sich einpendeln lässt. Laut Bordcomputer hat sich die Fahrt mit 6.8 Liter bewältigen lassen, allerdings nur die Hinfahrt. Auf dem Rückweg gab ich deutlich mehr Gas und fuhr schneller, denn ich wollte vor allem schnell nach Hause. Es wurde auch so fast 4’00 Uhr, bis ich dann zu Hause war und da war mit der Verbrauch weniger wichtig als die Geschwindigkeit.
Wie ich schon nach anderen Kurztests zum MultiAir schrieb, besticht die Idee, die obere Nockenwelle zu ersetzen und statt auf mechanische auf elektrohydraulische Ventilsteuerung zu setzen. Dass man damit nicht gänzlich falsch liegt zeigt sich auch darin, dass die Idee sehr schnell für weitere Motorengrössen kopiert wurde und derzeit von den Mitbewerbern geprüft wird, ob der Schritt in die richtige Richtung geht.
Denn schon zwei mal in der Vergangenheit hat Alfa Romeo eine technische Neuerung umgesetzt, die sich durchgesetzt hat. Als erster Hersteller entwickelte man schon 1913 die vier Ventil-Steuerung im Zylinder, dann entwickelte man 1997 den Common-Rail-Diesel, der auch von anderen Herstellern übernommen wurde. Mit dem MultiAir-Konzept kommt man auf Nummer drei, auch wenn andere Partner dabei sind und waren. Denn eigentlich ist die Geschichte eine Geschichte von Fiat Powertrain, der Motorenfirma von Fiat, Lancia und Alfa Romeo. Dort werden im Kundenauftrag Motorenkonzepte entwickelt, konzipiert sowie gebaut.
Die Multiair-Technik erlaubt eine individuelle Abstimmung für jeden der vier Zylinder, die Ventilöffnung selbst wird anhand der im Zylinder gemessenen Luft bestimmt. Erstmals ist es mit der neuen Technologie möglich, das Einlassventil zweimal pro Ansaugtakt zu öffnen. Das sorgt für eine bessere Verwirbelung des Kraftstoffs was wiederum eine effizientere Verbrennung erlaubt. In der Kaltlaufphase konnte so auch der Ausstoß von Stickoxiden, Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffen um fast die Hälfte gesenkt werden.
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Die effektiven Vorteile lassen sich in den technischen Daten ablesen: Die Leistung wurde im Vergleich zum Vorgänger um 15 PS auf 135 PS gesteigert, das Drehmoment wuchs um 15 Prozent auf bis zu 206 Newtonmeter.
Laut Angaben von Alfa Romeo konsumiert das Aggregat im EU-Zyklus mit 5,6 Litern zehn Prozent weniger Benzin als bisher und erreicht damit einen vorbildlich niedrigen Verbrauch. Allerdings nur auf dem Papier, in Wirklichkeit ist es bislang noch niemandem gelungen, diese Laborwerte zu erzielen.
Schon bei 1.750 Umdrehungen liegt das maximale Drehmoment an der Kurbelwelle an und beschleunigt den Mito in 8,4 Sekunden auf Tempo 100. Das drehfreudige Aggregat animiert zur flotten Fahrt und oft wird man vom Motor ermahnt, den nächsten Gang einzulegen.
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Der Motor ist gekoppelt mit einem Start & Stopp-System, beim Halt reicht es den Gang heraus zu nehmen und die Kupplung loszulassen. Wird dann wieder gekuppelt, schaltet der Motor selbst wieder ein und kommt wieder auf Touren. Leider ist der MiTo mit 135 PS mit einem 5-Gang-Getriebe gekoppelt, da spart man am falschen Ort. Der sechste Gang als Spargang würde noch einiges bringen wenn man wie ich vor allem lange Strecken zurücklegt. Denn sonst gibt es am Konzept und Motor nichts zu bemängeln, der MultiAir-Mito ist ein richtiger Alfa mit allen Feature, die sich ein Alfisti wünscht.
Mit dem serienmässigen DNA-System ist der MiTo eine wahre Freude, denn egal ob man nun sportlich, normal oder „all Weather“ fährt, der MiTo bietet alle drei Programme und damit kann man das auch abwechselnd geniessen. Über einen Schieberegler lassen sich drei Fahrprogramme auswählen, die Einfluss auf Lenkung, Gasannahme und elektronische Helfer wie das ESP nehmen. Am meisten Spaß macht freilich der Dynamik-Modus mit seiner strafferen Lenkung, der ausserdem spontaner auf Befehle am rechten Fuss reagiert und in dem sich das Stabilitätsprogramm zurückhaltend betätigt.
Testverbrauch:
Die Testfahrt von Meilen im Kanton Zürich nach Turin und wieder retour zeigte klar, dass der MiTo viele Stärken hat. 896 Kilometer legte ich zurück und war ganz froh, wieder aus dem Auto heraus zu kommen. Aber nicht weil es unbequem war.
64.1 Liter Benzin verbrauchte ich und komme damit auf einen Durchschnittsverbrauch von 7.15 Liter pro hundert Kilometer. Das ist jetzt nicht speziell sparsam aber nachhaltig genug für meinen Geschmack. Ich habe die Strecke in 9.2 Stunden zurück gelegt und komme da auf ein Mittel von 100 Kilometer, damit habe ich nicht gespart sondern Gas gegeben.
Mein Fazit:
MultiAir ist im Tagesbetrieb und Stadtverkehr eine ebenso tolle Sache wie auf der Autobahn und auf langen Strecken. In meinen Augen ist Alfa Romeo damit ein guter Wurf gelungen. Nicht zu unterschätzen ist nämlich die Komponente CO2, die mit dem MultiAir-Konzept noch einmal verbessert wird. Dort sehe ich grosse Chancen denn nur einfach sparsam ist das ja noch nicht, deshalb kann später durchaus noch die Mager-Komponente hinzu gefügt werden. Nicht für alle aber dort, wo es Sinn macht.
http://www.kraehenmann.ch
Autor: didiklement


MiTo Multiair
(04/03/2010) Bernardo
Zitat: das Drehmoment wuchs um 15 Prozent auf bis zu 206 Newtonmeter. Ich weiß ja, nicht, was ihr unter \"Wachsen um 15%\" versteht, aber soweit ich weiß, hat der 1,4 T-Jet ohne MultiAir-Technik auch ein maximales Drehmoment von 206 Nm und das bei 1.750 Touren. Also wo bitte soll das Drehmoment gewachsen sein?