AlfaVisione-Testdrive Ferrari California

(08/04/2010)

Die Garage Foitek AG in Urdorf hat mir letzte Woche den Ferrari California für einen ausgiebigen Testdrive überlassen. Der Ferrari California ist eine Hommage an den Ferrari 250 GTC Spyder California, der Ende der 50er Jahre auf dem Markt erschien. Der moderne Ferrari California wurde erstmals 2008 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt, damals erhielt er schnell den Übernamen Baby- oder Junior-Ferrari, weil er in Form und Funktion als Alltagsauto glänzt. Der Ferrari ist mit seinem V8 ein klarer Sportler im Stile der anderen Ferrari, er ist aber auch Familientauglich und Frauenauto, der nicht die Härte und Sportlichkeit sondern die Vielfalt betont.



Es ist alles da, was einen Ferrari ausmacht. Volle Sportivity, toller Sound vom Feinsten und eine Strassenlage die es kaum ein zweites Mal gibt. Trotzdem ist das ganze ein wenig dezenter ausgefallen als bei anderen Ferrari-Modellen und das ist bewusst so gemacht worden, um die Vielfalt von Ferrari zu erweitern.

Was beim Ferrari California ganz speziell ist, ist der vorne eingebaute Motor. Natürlich hat der Ferrari Heckantrieb und einen enormen Speed, der Motor dreht aber nicht am Heck weil man ein anderes Konzept umsetzte.
Unter anderem beinhaltet das neue und andere Konzept ein faltbares Aluminiumdach von Webasto und ein Doppelkupplungs-Getriebe. Damit ist der California ein Cabrio mit voll versenkbarem Dach und dieses Aludach hat dem California schon viele Freunde beschert.



Als 2+2-Sitzer bietet der Ferrari California im Gegensatz zu anderen Modellen eine durchaus alltagstaugliche Raumaufteilung. Auf der Rückbank ist noch Platz für Kinder und im Kofferraum können einige Gepäckstücke verstaut werden. Wer will bringt im Kofferraum samt Durchreiche über klappbare Rücklehnen hinten auch zwei Golf-Bags unter und damit ist der California definitiv der ultimative Ferrari für Geniesser und nicht für Sportler.

Zur serienmässigen Ausstattung des California gehören Keramikbremsen und das in Zusammenarbeit mit Michael Schumacher konzipierte „F1-Trac“ zur besseren Traktion. Das spürt man von Anfang an, wenn man im California die ersten Meter fährt. Der Ferrari California leistet 460 PS (338 KW) und beschleunigt damit von Null auf Hundert in 3,9 Sekunden. Die erzielbare Spitzengeschwindigkeit liegt bei 310 km/h.



Die Leistung bringt der California mit vollem Speed auf die Strasse und einzig im Stau denkt man sich im falschen Film oder wünscht sich eine Strasse ohne andere Autos, denn die Blicke reichen von „ist schön der Ferrari“ bis zu „hä, der Ferrari staut sich auch…“. Im Schritttempo durch den Gubrist hat der Ferrari aber den Vorteil, dass die anderen Fahrerinnen und Fahrer genau wissen, wo man steckt. Auch wenn man im toten Winkel fährt, weiss der auf der rechten Spur genau, dass da was kommt. Der Ferrari ist nicht zu überhören und man würde wohl schon alleine vom Sound her gerne das eine oder andere Mal „Gäseln“, wenn es denn ginge. Das geht aber nicht, denn der Ferrari California ist mit einem Automatischen Getriebe ausgestattet und der Motor gibt selbst Zwischengas und dreht selbst hoch, wenn es gefordert wird.

Vergleiche mit anderen Autos werden von den Ferrari-Händlern und auch von Ferrari selbst nicht gerne gesehen, deshalb gibt es auch kaum einen Vergleichstest mit Cabrios oder Sportwagen andere Marken mit ähnlichem Speed oder ähnlicher Sportlichkeit. Jeder Vergleich ist aber unsinnig, denn eigentlich ist der Ferrari unvergleichlich sportlich, unvergleichlich schön und eben im Sinne der Scuderia ein Juwel auf vier Rädern.



Für mein Geühl ist der Ferrari im Vergleich zum Maserati sehr viel sportlicher, sprich härter und direkter unterwegs. Autobahnfahrten und sanftes Gleiten sind eher die Domaine der Maserati, auch der California hat sehr viel Vorwärtsdrang und für die sanfte Gangart muss man das Auto sehr gut beherrschen. Das Feeling ist sehr sportlich, auch wenn man nun stur geradeaus fahren will und das mit gleichbleibender Geschwindigkeit, drängelt der Ferrari nach einem Mehr und prescht sofort los, sobald man den Befehl erteilt.

Die Abstimmung ist eher hart, die Bodenfreiheit eher gering und Bodenwellen und Querrillen kann man gut mitzählen, weil man fast jede davon spürt. Die Sitze sind angenehm sportlich und der Seitenhalt umfassend. Eine Seitenneigung gibt es fast nicht, der Ferrari California liegt sehr gut auf der Strasse.

Nach dem Einsteigen sind alle Zweifel am Ferrari California sowieso schnell verflogen. Der Drehzahlmesser thront wie gewohnt in der Mitte und markiert erst den Bereich jenseits von 7800 Umdrehungen als rot. Links unten auf dem Lenkrad ist der Start-Knopf, der den Motor zum Brüllen bringt. Rechts am Lenkrad sitzt der Mini-Schalter "Manettino", mit dem der Fahrer Economy oder Sporteinstellung wählt, um die Stabilitätskontrolle, Traktionskontrolle, das elektronisch gesteuerte Sperrdifferenzial sowie die Schaltzeiten des Getriebes an den eigenen Geschmack anzupassen.



Auf die Rücksitze passen Kinder sehr gut, mit vier Erwachsenen kann man den California aber nicht wirklich belegen. Der Kofferraum ist 350 Liter gross, selbst bei geschlossenem Dach kann man die Lehnen umlegen und den Kofferraum vergrössern.

Sehr schön und gut gelöst ist das neue Dach aus Aluminium, dieses öffnet sich in 14 Sekunden und kann auch in dieser Zeit wieder geschlossen werden. Es gibt keine Windgeräusche wenn man geschhlossen fährt und der Unterschied zum Stoffdachcabrio ist gross.

Die Fahrleistungen sind genial: Der Spurt auf Tempo 100 dauert gut vier Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 310 km/h. Die Reaktion auf den Gasdruck am Pedal erfolgt sofort, der Motor geht vollmundig zur Sache. Ab 2700 Touren wechselt der Motor den Ton in eine aggressive Tonlage und erzeugt mit einer kurzen Extra-Explosion beim Hochschalten des neuen Doppelkupplungsgetriebes auch ganz viel Feeling wie es auf Rennstrecken herrscht.



FERRARI California 4.3 V8 (Cabrio)

Aussenfarbe schwarz
Kilometer 5'500 km
Getriebeart Automat
Antrieb Hinterradantrieb
Treibstoff Benzin
Türen 2
Sitzplätze 2 + 2
Hubraum in ccm 4297 cm³
Zylinder 8
Leistung in PS 460
Leergewicht 1855 kg
Verbrauch /100 km 13.1 Liter (Tot)
CO2-Emission 299 g/km
Energieeffizienz G
Preis rund CHF 285'000.-

Fahrzeuglieferant: Garage Foitek AG, Urdorf;  http://www.foitek.ch

Die Bilder zum Testdrive: http://www.alfavisione.net/news/galerie/157

Autor: didiklement

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