Berlusconi setzt Fiat wegen Produktionsverlegung unter Druck

(25/07/2010)

Die italienische Regierung und allen voran Regierungschef Silvio Berlusconi haben letzte Woche Kritik an der Produktionsverlegung von Italien nach Serbien geäussert. Die Worte von Silvio Berlusconi an einer Pressekonferenz am Freitag waren in etwa: "In einer freien Wirtschaft kann ein Unternehmen seine Produktion verlegen, wo es am günstigsten ist. Ich hoffe aber, dass die nicht auf Kosten Italiens und der Mitarbeiter erfolgen wird, die für Fiat arbeiten.“

Der Ministerpräsident reagierte damit auf die Ankündigung aus Serbien, nach der Fiat-Chef Sergio Marchionne die Produktion des Nachfolgers von Fiat Idea und Lancia Musa nach Serbion verlegen wird. Der im April vorgestellte Entwicklungsplan für Italien sah diese Verlegung nicht vor, deshalb hat man in Italien entrüstet reagiert.

190.000 Stück des neuen Modells sollen ab Ende 2011 in den Fiat-Werken im serbischen Kragujevac hergestellt werden. Insgesamt wollen Fiat und das Land Serbien eine Milliarde Euro in die industrielle Entwicklung in Kragujevac investieren.

Mit der Verlegung fühlt sich die Gewerkschaft stark unter Druck gesetzt, denn vor wenigen Wochen noch ging es in Abstimmungen darum, dass Fiat die Produktion in Italien verdoppelt, wenn die Streikbereitschaft verringert und die Arbeitszeit verlängert wird.

Arbeitsminister Maurizio Sacconi rief Fiat fdazu auf, den Beschluss zu überdenken. Das Management sollte mit den Gewerkschaften über die effizienteste Nutzung der italienischen Fiat-Werken diskutieren und in Italien investieren statt im Ausland. Damit hat man in der Regierung aber die Bereitschaft von Fiat nicht erkannt, jede Staatshilfe zu nehmen, die man bekommen kann. Mit der Fiat-Welt-Idee haben die Manager das Ziel, dort zu produzieren, wo die Kosten tief sind und die Werke fast gratis aus dem Boden gestampft werden können.

Autor: didiklement

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